Archäologie entlockt dem Boden Informationen über Kultur und Leben von Menschen aus vergangenen Epochen. Bei der Grabung werden schichtenweise die antiken Überlagerungen abgetragen und nach Funden durchsucht. Mit Hilfe von Keramik, Münzen und anderen Fundgegenständen ist es dem fächerübergreifenden Team aus Experten möglich, (im Idealfall) genaue Aussagen zur Datierung eines Befundes - wie etwa einem Gebäude - zu treffen. Im Zuge der Ausgrabungen werden auch die antiken Mauerstrukturen von etwaigen modernen Überbauungen befreit und gesäubert.
Die Arbeitsvorgänge einer Grabung sind Planung, Durchführung und Dokumentation als Grundlage für die weitere Auswertung und Publikation. Erst dann erfolgt eine Präsentation der Befunde in Form von Konservierung, Restaurierung oder auch Rekonstruktion. Bei der Untersuchung wird das Material der einzelnen Horizonte mit Grabwerkzeugen aufgelockert und nach Fundmaterial (Keramik, Glas, etc.) für die Datierung der jeweiligen Schicht untersucht. Die noch unsaubere, vertretene oder ausgetrocknete Fläche wird mit kleinen Kellen und Pinseln gereinigt. Erst danach zeichnen sich die von Menschenhand verursachten Eingriffe im Erdboden (ehemalige Gruben, Pfostenlöcher, Schwellbalkengräben, Öfen, Gräben von Mauerfundamenten, Kanäle, etc.) durch unterschiedliche Erdverfärbungen oder andersartiges Material ab. Das Abtragen der einzelnen Kulturschichten verursacht an den Kanten der Ausgrabungsflächen senkrechte Profile. Diese haben eine wichtige Kontrollfunktion zur Überprüfung der übereinanderliegenden Schichten und Befunde. Eine archäologische Grabung endet dort in der Tiefe, wo geologisch gewachsene Erdschichten auftreten.