GRABUNGSDOKUMENTATION
Durch eine archäologische Ausgrabung werden viele Befunde unweigerlich zerstört und können danach nur mit Hilfe einer exakten Grabungsdokumentation interpretiert werden. Ist ein Schnitt bis zum geologisch gewachsenen Boden vollständig ergraben, wird er wieder verfüllt oder durch Konservierung, Restaurierung bzw. Rekonstruktion dem Besucher präsentiert. Nach der Feldarbeit erfolgt die Auswertung am Zeichen- und am Schreibtisch. Die letzten Schritte sind eine verständliche Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse am Originalschauplatz und deren Publikation.
Zu einer exakten Grabungsdokumentation gehören Fotos, Zeichnungen, Grabungstagebücher, Übersichtspläne und Fundzettel.
1. Sofort nach der Reinigung der ergrabenen Fläche werden die Befunde von mehreren Seiten fotografiert. Eine Fototafel mit Angaben über Ort, Datum und Schnittnummer sowie Flächen- oder Profilbezeichnung wird zur späteren Identifizierung mit ins Bild gestellt. Nordpfeil und Maßstab geben Richtung und Größenverhältnisse an.
2. Dann wird eine maßstabgetreue Feldzeichnung mit allen erforderlichen Maßangaben erstellt (Maßstab 1:50 oder 1:20). Festgelegte Farben und Symbole kennzeichnen die unterschiedlichen Materialien. Höhenangaben wie Ausgangsniveau und Befundniveaus werden mit dem Nivelliergerät eingemessen und auf einem Beiblatt aufgelistet.
3. Im Grabungstagebuch wird von jeder einzelnen Grabungsfläche die jeweilige Grabungstätigkeit mit allen dabei registrierten Beobachtungen notiert, Befunde werden beschrieben, ergänzende Skizzen angefertigt und alle Flächen- und Profilbezeichnungen aufgeführt. Auch schnittübergreifende Befundzusammenhänge und Befundinterpretationen sind dort festgehalten. Die objektive Wiedergabe der Befunde ist Basis jeder weiteren Interpretation.
4. Die zahlreichen Funde (Keramik, Knochen, Metallobjekte, Glas, Baumaterialien etc.) der einzelnen Schichten kommen in separate Fundkisten. Sie werden mit Handzetteln versehen, die die genaue Lage der Fundgegenstände beschreiben. Nach der Reinigung wird jeder einzelne Fund in die elektronische Datenbank aufgenommen. Sämtliche Objekte werden magaziniert und für die weitere wissenschaftliche Bearbeitung vorbereitet. Das Fundmaterial wird ausgewertet und liefert wichtige Hinweise für die Chronologie der einzelnen Horizonte.
Nach der archäologischen Feldarbeit erfolgt die Verkleinerung der Feldzeichnungen auf handlichere Formate (M 1:200 oder 1:500). Die einzelnen Teilstücke werden zu einem Gesamtplan zusammengesetzt. Aus der steingerechten Befundaufnahme mehrerer Mauern wird so ein schematisch geradlinig begrenzter Grundriss.