Die Kulturfabrik Hainburg liegt an einem Ort von atemberaubender Schönheit - direkt an der Donau, mit imposantem Ausblick auf die unberührte Natur im Nationalpark Donau-Auen.
Die Schiffsanlegestelle ist nur 100 Meter entfernt. Hier können Besucher wie einst Fürsten und Kaiser anreisen oder ablegen. Es ist ein idealer Ausgangspunkt, um die „Fabelhaften Welten“ der Donauregion Auland-Carnuntum zu erforschen und einzutauchen in die Lebenskultur der Römer in Carnuntum und die barocke Pracht der Marchfeldschlösser.
Nur wenige Schritte über einen bequemen Fußweg führen zu einem weiteren lohnenden Ziel: zum mittelalterlichen Wiener Tor und hinein in die stimmungsvolle Mittelalterstadt Hainburg. Ausgangspunkt dafür ist der elegant gestaltete Platz, der unmittelbar an die Kulturfabrik Hainburg anschließt und einen wunderschönen Ausblick auf die Donau bietet.
Aktuelle Ausstellung
Im Lot – Gebaute Geschichte in Carnuntum
21.03.2012 – 15.11.2012
Wie die Römer in Pompeji oder Herculaneum wohnten, ist an Hand von vielen noch erhaltenen Gebäuden sehr gut bekannt. Diese Orte, die im Jahre 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs verschüttet wurden, sind heute die anschaulichsten Zeugnisse römischer Architektur. Von Rom und anderen Städten des Römischen Reiches sind u.a. viele schriftliche Zeugnisse zur Architektur vorhanden.
Anders sieht es allerdings nördlich der Alpen und damit auch hier bei uns in Carnuntum, der Hauptstadt Pannoniens, aus, wo von der ursprünglichen Architektur nicht viel mehr als Reste des aufgehenden Mauerwerks erhalten sind. Für die Präsentation dieser Baureste gilt es daher- neben der mustergültig durchzuführenden archäologischen Untersuchung und Dokumentation -herauszufinden, wie das Gebäude seinerzeit ausgesehen haben könnte und wie es genutzt wurde. Dazu müssen alle Informationen, wie die vorhandenen Befunde der Ausgrabung, der Grundriss mit den vorhandenen Mauern, ihre Stärken, Reste der Dachdeckung, Hinweise auf Türschwellen, die Bodenbeläge der einzelnen Räume, ihre Nutzung sowie eventuell vorhandene Vergleichsbeispiele herangezogen, überprüft und ausgewertet werden. Dazu werden bei der Rekonstruktion alle bautechnischen Gegebenheiten, wie die Möglichkeiten der römischen Bautechnik mit unterschiedlichen Materialien, konstruktiv-statische Aspekte, der Winkel der Dachneigung, Fragen der Belichtung und Raumnutzung, die mögliche Anordnung von Fenstern und Türen oder die einfache Ableitung der Niederschlagswässer auf ihre Machbarkeit und Sinnhaftigkeit überprüft. Aus einer Reihe von mehreren Möglichkeiten werden dann anhand solcher Kriterien Ausschließungen vorgenommen, bis sich ein schlüssiges Gesamtbild des ursprünglichen Gebäudes ergibt.
Die Ausstellung in der Kulturfabrik Hainburg nimmt konkret Bezug zu den bestehenden Rekonstruktionen antiker Gebäude im Freilichtmuseum Petronell des Archäologischen Parks Carnuntum. Durch die Inhalte der Ausstellung werden den Besuchern die Überlegungen, Schritte und Zusammenhänge, die zur Rekonstruktion antiker Architektur führt, vor Augen geführt.
Damit können sehr ausführlich die am meisten von den Besuchern gestellte Frage, wie es denn möglich ist, ein antikes Gebäude nach mehr als 1700 Jahren wieder originalgetreu und funktionstüchtig zu bauen, beantwortet werden?
Nach einem kurzen Überblick über die antiken Quellen zu Architektur, Maßsysteme und Proportionslehre bei römischen Autoren erfolgt ein Streifzug durch die Geschichte von Rekonstruktionsbauten seit der Renaissance im gesamten Mittelmeerraum und den im Lauf der Zeit unterschiedlichen Zugängen zur Dokumentation antiker Baureste. Berühmte Gelehrte wie Giovanni Battista Piranesi, Andrea Palladio oder Leonardo da Vinci haben uns großartige Zeugnisse dazu hinterlassen. In weiterer Folge werden die verwendeten Baumaterialien – Holz, Stein, Lehm, Ziegel und Glas an Hand von Originalfunden, nachgestellten Installationen und bildlichen Beispielen vorgestellt. Die möglichen Verarbeitungstechniken dieser Materialien zeigen die große Bandbreite ihrer Einsatzmöglichkeiten. Notwendige Funktionsabläufe technischer Einrichtungen wie bei den Thermen komplettieren hier diese Erklärungen.
Schließlich folgt ein ausführlicher Bereich über die Details der Wohnkultur der Römer und die drei ausgeführten Rekonstruktionen in situ in Petronell – privates Wohnhaus, privates Stadtpalais und öffentliche Badeanlage werden im Modell vorgestellt.
Kinder und Jugendliche können im großzügig ausgeführten museumspädagogischen Abschnitt selber zum antiken Baumeister werden und diese Petroneller Gebäude zusammenbauen.
Kulturplatz 1, 2410 Hainburg an der Donau
Informationen unter der Tel. +43 2163 33770 oder per Email.
