Der Raum Carnuntum ist seit jeher sowohl durch das historische Erbe der römischen Vergangenheit als auch durch die Tradition einer hochwertigen Weinkultur geprägt. Viele archäologische Zeugnisse und Auswertungen von Pflanzenresten liefern wichtige Hinweise auf die damalige Weinkultur. Für das 1. Jahrtausend v. Chr. gibt es für den pannonischen Raum bereits archäologische Hinweise auf Anfänge des Weinbaus.
Kaiser M. Aurelius Probus (276 - 282 n. Chr.) wurde immer wieder als Schöpfer der Weinkultur in der Region bezeichnet. Tatsächlich setzte er für den Weinbau in den Nord- und Westprovinzen Erleichterungen gegenüber früheren gesetzlichen Beschränkungen durch.
Zu den einzelnen Rebsorten in unserer Region lassen sich keine exakten Angaben machen. Wahrscheinlich ist ein Nebeneinander von Weiß- und Rotwein (vinum album bzw. vinum atrum).
Da der Wein als Grundnahrungsmittel aller Bevölkerungsschichten zu den Massengütern gehörte, war er einer der Haupthandelsgüter im Imperium Romanum. Folgendes Zitat drückt den hohen Stellenwert, den der Wein in der römischen Antike sicher auch in unserem Gebiet hatte, sehr gut aus:
„Der Wein ist unter den Getränken das nützlichste, unter den Arzneien die schmackhafteste, unter den Nahrungsmitteln das angenehmste“.
Weinbau heute
Im Südosten Niederösterreichs liegt Carnuntum. In seinem pannonischen Klima gedeihen fruchtige, kraftvolle Weine. Landschaftlich besonders eindrucksvoll präsentiert sich der Weinbau vor allem in den Gegenden rund um Göttlesbrunn, Arbesthal und Höflein sowie Prellenkirchen und Berg.
Lange Zeit im Schatten der bekannteren Weinbaugebiete gelegen, wurde Carnuntum vom Geheimtipp zum strahlenden Star. Verantwortlich dafür sind die kräftigen Böden, der Einfluss des Neusiedler Sees sowie die kühlen Winde von den Donauauen – und vor allem die jungen Winzer der Region, die das Potenzial zu nutzen wussten.