Geschichte des Museums Carnuntinum

Die ersten wissenschaftlichen Ausgrabungen fanden in Carnuntum bereits im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts statt  - und sie währen mit Unterbrechungen bis zum heutigen Tag. Bereits nach kurzer Zeit erkannten maßgebende Institutionen den Bedarf eines Museums, das ausschließlich der Präsentation der großen Zahl an  römischen Funden aus Carnuntum dienen sollte. Ein Teil der antiken Denkmäler befand sich zu diesem Zeitpunkt im k. k. Münz- und Antikenkabinett in Wien oder war in Privatsammlungen untergebracht.

Der „Verein Carnuntum“ (heute die „Gesellschaft der Freunde Carnuntums“) initiierte  den Bau eines Museums. Im Jahre 1900 war es endlich soweit und das k. k. Unterrichtsministerium beauftragte das Architektenpaar F. Ohmann und A. Kirsten mit der Realisierung. Ohmann zeichnete zu diesem Zeitpunkt bereits für Museumsbauten in Magdeburg, Reichenberg und Split verantwortlich. 

1901 begannen die Bauarbeiten auf einem Grundstück, das durch eine private Schenkung zur Verfügung gestellt wurde und unweit des südlichen Donauufers liegt.

Das Museum, das gewiss zu den bemerkenswertesten innerhalb Österreichs zählt, war Teil eines Bauensembles. Eingebettet in eine Gartenanlage wurde es im Stile einer römischen Landvilla konzipiert. Im hinteren Bereich befand sich ein lapidarium (2, Plan).

Gleichsam als Wächter über ihr kulturelles Erbe fungieren die Kaiser Marc Aurel und Augustus, deren Büsten auf den beiden den Eingang flankierenden Säulen thronen. 

Der zweistöckige Bau zeigt eine klare Struktur mit einem vorspringendem Mittelteil, der von seitwärts angefügten, das Obergeschoss überragenden Pylonen begrenzt wird. An der Nord- und Südseite des Eingangstraktes schließt je ein Flügelelement an. Im Erdgeschoss wurden an der Frontseite Loggien eingerichtet. Der an der Fassade erkenntliche Bezug zur römischen Antike (Baumaterialien, Fenstergitter, Terrakottadach) setzt sich bei der farbigen Gestaltung des Innenraumes fort. Da sích die Anlage auf felsigem Terrain befindet, besitzt das Haus keinen Keller und somit auch keine Depoträumlichkeiten.

Am 27. Mai. 1904 nahm Kaiser Franz Josef I persönlich die feierliche Eröffnung des Museums vor (Abb. 3: Raumgestaltung aus der Gründerzeit). Während der Zeit der beiden Weltkriege erfuhr das Haus eine wechselvolle Geschichte. Nach Kriegsende gelang es den Kulturbau notdürftig wiederherzustellen und die Ausstellung neu zu präsentieren. Man schrieb den 17. Juni des Jahres 1950 als das Museum wiedereröffnet wurde (Abb. 4: Raumgestaltung ab dem Jahr 1950). Zu diesem Zeitpunkt übernahm das Land Niederösterreich vom Verein die treuhändischer Verwaltung und 1953 ging es mit Ermächtigung der Bundesregierung endgültig in den Besitz des Landes über.

Das Geld für eine umfassende Sanierung war zu dieser Zeit nicht vorhanden, Grünbewuchs begann die gesamte Fassade zu bedecken. Rund vierzig Jahre später wurde ein umfassender Restaurierungsplan erarbeitet und dank der Bereitstellung der finanziellen Mitteln durch das Lande Niederösterreich auch umgesetzt. Im Jahre 1988 begann damit die jüngste Umbauphase in der Geschichte des Museums. Als ausführende Architekten zeichnen H. Puchhammer und sein Team sowie die Architekten E. Süss und M. Putz verantwortlich. Ein motiviertes und ehrgeiziges Konzept umfasste die Sanierung und Revitalisierung der gesamten Museumsanlage. Die Schausammlung wurde neu projektiert (Abb. 5: Raumgestaltung in den Jahren 1992-2003). Es kam die modernste Museumstechnologie zum Einsatz. Das Ergebnis wurde 1992 der Öffentlichkeit präsentiert.

Seit dem Jahr 2004 werden in den Räumlichkeiten des Museums im Abstand von 2 – 3 Jahren Ausstellungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten Carnuntums gezeigt.