Die Wiedergeburt von Carnuntum

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts weckte die untergegangene römische Metropole das Interesse der Wissenschaft. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder Grabungen durchgeführt, die erstaunliche Erkenntnisse über die Größe und Pracht des antiken Carnuntum zu Tage brachten. Um die Funde von Carnuntum der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde bereits 1904 das Museum Carnuntinum eröffnet.


Die Erforschung der heute noch sichtbaren archäologischen Stätten erfolgte in mehreren Etappen. Im heutigen Freilichtmuseum Petronell begannen erste wissenschaftliche Untersuchungen im Jahr 1938. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs setzte dem Forschungsvorhaben vorerst ein Ende, erst von 1948 bis 1964 konnten weitere Freilegungen in diesem Areal durchgeführt werden. In den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts setzten wegen des zunehmenden Verfalls der Mauerstrukturen planmäßige Nachgrabungen ein. Anhand der ausgegrabenen Baustrukturen und des Fundmaterials Fragen sollen zu Siedlungschronologie und Bautechnik, sowie zum Alltagsleben und zur wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung der zivilen Siedlung im mittleren Donauraum geklärt werden. Auch aus diesem Grund wurde vom Land Niederösterreich im Jahre 1988 der Archäologische Park Carnuntum errichtet.


Mit der Eröffnung des Archäologischen Parks Carnuntum wurden die Zeugen der ehemaligen Zivilstadt und Militärstadt erstmals seit 1500 Jahren einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ziel ist auch weiterhin nicht nur die wissenschaftliche Bearbeitung und Auswertung der freigelegten Funde, sondern auch deren Restaurierung unter Berücksichtigung der national und international gültigen Bestimmungen der Denkmalpflege. Um eine bessere Vorstellung von der antiken Stadt vermitteln zu können, werden Baubefunde durch beeindruckende Wiederaufbauten veranschaulicht.


In den letzten Jahren gelingt es, immer mehr Besucher für Carnuntum und das Leben zur Zeit der Römer zu begeistern: durch behutsame Rekonstruktionen mit den Methoden der experimentellen Archäologie und durch spannend aufbereitete Führungen.