Auxiliarkastell

Zusätzlich zur Legion war in Carnuntum auch eine Reitereinheit stationiert. Am östlichen Ortsrand des heutigen Petronell gelegen, deutet in der Ebene nichts mehr auf das einstige Reiterlager hin. Durch aktuelle Grabungen konnte aber auch das einstige Aussehen des Auxiliarkastells am Computer rekonstruiert werden.


Im Zuge der von Augustus durchgeführten Heeresreform wurden neben den Legionen auch Hilfstruppen als ein integrierender Bestandteil des römischen Heeres eingeführt. Diese gliederten sich in Infanterie- und Kavallerieeinheiten, deren Angehörige aus jener Bevölkerung des römischen Imperiums ausgehoben wurden, die keine römischen Bürger waren. In Carnuntum sind durch epigraphische Denkmäler beide Gattungen von Hilfstruppen dokumentiert.


Den frühesten Hinweis auf die Anwesenheit von Kavalleristen in Carnuntum gibt der Grabstein eines Angehörigen der ala Pannoniorum, der in die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. oder kurz danach zu datieren ist. Ab den flavischen Kaisern (69 n. Chr.) finden sich bis ins 2. Jahrhundert Denkmäler verschiedener Einheiten, die in folgender zeitlicher Reihung in Carnuntum stationiert gewesen sein dürften: Die ala I Tungrorum Frontoniana (bzw. die auf sie folgende ala I Pannoniorum Tampiana) und die ala I Thracum victrix können mit dem erwähnten Kastell in Zusammenhang gebracht werden, da in die Zeit ihres Aufenthaltes in Carnuntum dessen früheste Bauperioden (Kastell I und II) zu datieren sind.


Kastell I war eine zur Gänze aus Holz bestehende Anlage, von der aber nur etwa die Hälfte erforscht werden konnte. In Kastell II waren die Wehranlage und das Kastellbad aus Bruchsteinmauerwerk, während die übrigen Innenbauten wieder als Fachwerkbauten unter teilweiser Verwendung von luftgetrockneten Lehmziegeln errichtet wurden.


Informationen und Funde zum Thema Auxiliarkastell:

Museumsverein Petronell-Carnuntum Auxiliarkastell

Hauptstraße 78, 2404 Petronell

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