Eine Metropole wie Carnuntum musste natürlich auch versorgt werden. Schon in der Römerzeit wurde daher die Region um Carnuntum in großem Umfang landwirtschaftlich genutzt. Die an der Donau stationierten Soldaten und die in der Stadt ansässige Bevölkerung benötigten Nahrungsmittel wie Brot und Wein in beträchtlichen Mengen. Im Zuge der Kultivierung des Landes entstanden zahlreiche großzügige Gutshöfe mit luxuriösen Landvillen (villae rusticae).
Das Hinterland der Frühzeit wird als das Gebiet definiert, aus dem das Legionslager ohne allzu großen Aufwand versorgt werden konnte. In diesem Gebiet entstehen in der Frühzeit bäuerliche Anwesen (villae) und Dörfer (vici), die allerdings nach dem archäologischen Befund nur selten sicher unterschieden werden können. Dabei ergänzen die Dörfer, in denen gewerbliche Tätigkeit vorgeherrscht haben dürfte, die Villen, auf denen die Landwirtschaft betrieben wurde. Ein Anknüpfen an vorrömische Siedlungsstrukturen ist bisher kaum nachweisbar. Eine großflächige Landvermessung über das gesamte Gebiet scheint nicht stattgefunden zu haben, aber das Siedlungsbild folgt einer bekannten Vorliebe für Lagen am mittleren Hang. Die Gruppen von Siedlungen erscheinen in Anpassung an diese naturräumlichen Gegebenheiten durchaus strukturiert und durch Straßen verbunden, die in einigen Fällen auch nachgewiesen sind. Auch bescheidene Wasserwege, etwa die Leitha, ziehen Siedlungen an und wurden wohl als Transportwege genutzt.
TIPP: Tauchen Sie ein in das Leben von Carnuntiner Gutsherren bei einem Besuch der freigelegten, römischen Gutshöfe in Höflein und in Bruckneudorf!